Pfarrei St. Matthias Schwalmtal

Über 40 Jahre Fastenaktion – Lebenslinien in alle Welt

Fastenaktion 2019
Fastenaktion 2019
Mi 10. Jul 2019
Hermann-Josef Crynen

Wann wir mit den Fastenaktionen begonnen haben, können wir gar nicht mehr genau sagen. Es muss um die Mitte der siebziger Jahre gewesen sein. Jedenfalls war ich noch nicht Priester, sondern Lehrer am St.-Wolfhelm-Gymnasium, als wir die erste Aktion starteten.
Im Pfarrgemeinderat von St. Michael war darüber gesprochen worden, wie man heute sinnvollerweise fasten könne; denn Fasten sei ja etwas deutlich anderes als Diäten, es ginge ja darum, mit dem Verzicht Gutes zu tun, beson-ders im Kampf gegen Not, Unterentwicklung und Hunger in der Welt.
Damit war der zündende Gedanke benannt: Solidarität und Hilfe für die Notlei-denden in der Welt. Ich erinnere mich noch, dass wir Streichholzschachteln mit dem Symbol von MISEREOR beklebten und die gegen eine Spende an-geboten haben. Das war gut und wir fühlten uns ermutigt, weiter zu machen.
Ein entscheidender Schritt bestand in dem Bemühen um mehr sachgerechte Auswahl der Projekte, wobei persönliche Beziehungen zu uns bekannten Per-sonen in Entwicklungsländer eine wichtige Rolle spielten.
Wir spürten, dass gerade dann gerne gespendet wurde, wenn man wusste, an wen konkret die Hilfe ging.
So kommt bis heute eine stattliche Liste von Hilfen zustande, die wirklich
Lebenslinien in alle Welt repräsentieren: Asien und Ozeanien, Afrika und Lateinamerika, aber auch europäische Länder wie Bosnien.
Wir unterstützten
• Pater Timothy in Papua Neuguinea,
• viele befreundete Priester und Ordensleute in Indien,
• die Patres Evarist Shayo und Clemens Temba in Tansania,
• den Waldnieler Kinderarzt Dr. Atinga in Kenia mit einem Brunnen,
• weiter den Kempener HNO-Arzt Dr. Kamp mit seinem Projekt zur Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in Tadschikistan,
• Pater Ivan /Bolivien u. Erzbischof Rodriguez de Maridiaga /Honduras,
• wir halfen bei Flutkatastrophen und Hungersnöten, bei der menschenwür-digen Versorgung alter Menschen in Bosnien,
• wir organisierten Hilfstransporte nach Bosnien für die dortige CARITAS, die von unserem Freund Tomo Knezevic geleitet wurde,
• wir förderten Schul- und Ausbildungsprojekte.
Das ist nur eine kurze, sicher unvollständige Liste von Projekten, die wir mit insgesamt 750.000 bis 1 Million Euro in über 40 Jahren gefördert haben.
In diesem Jahr haben wir das Ergebnis von rund 20.000 Euro geteilt:
Die eine Hälfte wird wiederum Dr. Kamp für sein Tadschikistan-Projekt zur Verfügung gestellt, die andere Hälfte kommt einem Projekt der Caritas Inter-nationalis für Ebola-Waisen in dem Afrikanischen Staat Sierra Leone zu Gute.
Tausend Dank allen Spendern und ein herzliches: Vergelt`s Gott!
Wilhelm Kursawa