Pfarrei St. Matthias Schwalmtal

Zukunftsorientierte neue Gottesdienstordnung für die Pfarrei St. Matthias Schwalmtal ab September 2019

Gottesdienstordnung 01.09.2019
Gottesdienstordnung 01.09.2019
Sa 27. Jul 2019
Pastor Raphael Häckler

Liebe Mitchristen,

seit Frühsommer dieses Jahres hat das Pastoralteam sich mit der Frage beschäftigt,
wie wir künftig berücksichtigen können, dass - nach Jahren personeller Fülle - auch in unserer Pfarrei die Zahl der Priester rückläufig ist. Die daraus entwickelte Ordnung wird am 01. September 2019 in Kraft treten. Die grundlegenden Veränderungen haben Siein den letzten Monaten hautnah miterlebt: am 01.07.2018 wurden Pastor Thorsten Aymanns und Kaplan Matthias Goldammer verabschiedet. Gleichzeitig wurde Pastor Wilhelm Kursawa als Pfarrer entpflichtet und zum Pfarrvikar ernannt. Wenn nun Pfarrer Kursawa am 30.09.2019 in den Ruhestand versetzt wird, heißt das konkret für unsere Pfarrei St. Matthias: es fehlen im Vergleich zum Vorjahr zwei Priester in Vollzeit.  Um dieser neuen Personalsituation gerecht zu werden,
galt es, eine neue Gottesdienstordnung für unsere Gemeinden zu entwickeln und eine faire und dauerhaft tragfähige Lösung zu finden. Bevor ich die neue Gottesdienstordnung erläutere, möchte ich betonen, wie dankbar ich bin, jeden Tag erleben zu dürfen, dass sich ganz viele Menschen im Haupt- und im Ehrenamt mit großer Hingabe und zeitlichem Einsatz für das liturgische Leben am Ort engagieren. Das ist für die ganze Pfarrei ein Geschenk und macht die Liturgie in St. Matthias bunt und facettenreich. Sie alle tragen durch Ihr großartiges Engagement dazu bei, dass vieles heute immer noch möglich ist – und hoffentlich auch in Zukunft sein wird. Ohne Sie geht es nicht!! Danke für alles!!
Mein besonderer Dank gilt aber auch den Mitbrüdern im priesterlichen Dienst, die trotz teilweise fortgeschrittenen Alters bzw. Krankheit mit Hingabe und Herzblut für alle Gemeinden unserer Pfarrei im Einsatz sind. Allerdings haben auch hier die letzten Wochen erahnen lassen, dass die vielen Dienste, die sie leisten, sich nicht selbstverständlich in die Zukunft werden verlängern lassen:  Pfarrer W. Kursawa und Pfarrer J. Hall sind von jetzt auf gleich über viele Wochen wegen Krankheit ausgefallen. Pfarrer A. Keller bat nach dem Tod seines Vaters darum, bis auf weiteres nicht mehr regelmäßig im Dienstplan eingesetzt zu werden, da er sich nun verstärkt um seine 95jährige Mutter kümmern muss. Vor diesem Hintergrund wird auch noch einmal deutlich, welch wunderbares Geschenk es ist, dass Dr. A. Besgen im beinahe gleichen Alter immer noch seinen von so vielen so hoch geschätzten Dienst in unseren Gemeinden leisten kann. Ein Glücksfall ist es, dass Father Josef gerade jetzt an seiner Dissertation arbeitet und vorübergehend helfen kann,
viele Engpässe im Dienstplan zu überbrücken. Das hat die krisenhafte Situation der
letzten Wochen entlastet.Zugleich ist in dieser Zeit aber eben auch deutlich geworden, wie dünn, zerbrechlichund unkalkulierbar die Personaldecke innerhalb weniger Monate geworden ist. Dies können auch unsere Diakone K. Aymanns, F.J. Cohnen und N. Rosendahl trotz ihres unermüdlichen Einsatzes nur bedingt auffangen.

Froh bin ich, dass die überwältigende Mehrheit der Mitglieder im Pfarrgemeinderat und in den Gemeindeausschüssen die begründete Sorge des Pastoralteams um die Bestandssicherung liturgischen Lebens teilt und diese neue Gottesdienstordnung durch ein starkes Votum mitträgt. Wunsch war es, dass es in allen Gemeinden an jedem Wochenende verlässlich Gottesdienste geben kann. Dies war daher auch das oberste Ziel der nun beschlossenen Neuregelung, die ab dem 1.September 2019 gelten soll. Soweit Priester zur Verfügung stehen, werden diese Gottesdienste auch Eucharis-tiefeiern sein können. Allerdings werden hier vermehrt auch Gottesdienstformen zum Tragen kommen, die ohne Priester auskommen. Wortgottesfeiern sind in einigen Gemeinden der Pfarre schon gut etabliert, weitere neue Gottesdienstformen werden sich im Rahmen eines neu zu beginnenden Innovationsprozesses entwickeln müssen. Während alle Gottesdienste so zwar zu verlässlichen Zeiten, aber evtl. in wechselnder Gestaltung stattfinden, haben in der Pfarrei St. Matthias zwei Eucharistiefeiern einen je festen Platz: 

eine ist sonntags um 09.30 Uhr in St. Michael Waldniel,

eine um 11.00 Uhr in St. Georg Amern.

Diese Gottesdienste bilden sozusagen den roten Faden und finden auch dann immer statt, wenn nur ein Priester in unserer Pfarrei im Dienst ist. In St. Jakobus wird sonntags um 9:30 Uhr Gottesdienst gefeiert - bei Anwesenheit eines weiteren Priesters als Eucharistiefeier, ansonsten als Wortgottesfeier. Das gilt auch an Wochenenden, an denen z.B. ein Schützenfest im Bereich St. Matthias stattfindet. Zur besseren Planbarkeit müssen Anträge für die Feier einer Hl. Messe zum Schützenfest / Vogelschuss spätestens bis zum 01.12. des Vorjahres eingereicht sein. Spätere Anträge können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Zudem findet – wenn mindestens zwei Priester zur Verfügung stehen - samstags eine Hl. Messe um 17.00 Uhr in St. Mariä Himmelfahrt und 18.30 Uhr in St. Gertrud statt. Sollte über einen längeren Zeitraum nur ein Priester im Einsatz sein, würden dieseVorabendgottesdienste im Wechsel als Wortgottesfeier und als Hl. Messe gefeiert.Von besonderer Bedeutung war es für uns, eine durchgehende Schiene von „Gottesdiensten für Kinder und junge Familien“ anzubieten, wenn möglich mit einem Priester als Eucharistiefeier. Dies ist durch eine enge Kooperation mit dem Bethanien-Kinderdorf und eine verbesserte Absprache in den Familienmesskreisen gelungen. Die Umgestaltung der Erstkommunionvorbereitung 2019/ 2020 fügt sich ebenfalls in dieses neue Gesamtkonzept ein.Da die Grabeskirche St. Anton keine Gemeindekirche mehr ist und dort laut bischöflicher Verfügung nur noch Gottesdienste gefeiert werden dürfen, die einen Bezug zur Trauerpastoral haben, gibt es zukünftig die Dekanatsabendmesse als solche nicht mehr. Es sollen aber weiterhin am Sonntagabend um 19.00 Uhr Gottesdienste stattfinden - am letzten Sonntag im Monat immer als Wortgottesfeier - ansonsten wenn möglich gerne auch als Eucharistiefeier. Pastoralreferentin Ursula Hüsgens als Verantwortliche für die Pastoral an der Grabeskirche obliegt die Sorge, dafür Zelebranten zu finden. Ist das nicht möglich, wäre dieser Gottesdienst dann eine Wortgottesfeier. Der Übersicht wegen haben wir für Sie ein Raster erstellt, das schematisch die Gesamtheit der Gottesdienste im Laufe einer Woche abbildet. Hier kann es in den kommenden Monaten noch vereinzelt zu Feinabstimmungen kommen. Bitte behalten Sie auf unserer Homepage und in unserem Pfarrbrief die detaillierte Übersicht über die Gottesdienste im Blick. Liebe Schwestern und Brüder. Bitte verzeihen Sie, dass ich in diesem Schreiben viel von Priestern spreche. Dies ist allein dem Umstand geschuldet, dass sie diejenigen sind, die Eucharistiefeiern vorstehen dürfen und hat nichts mit einer Geringschätzung der anderen liturgischen Dienste zu tun. Im Gegenteil: ich bin von Herzen dankbar für die vielen Christinnen und Christen, die mit hohem persönlichen Einsatz Verantwortung für die Gestaltung von Gottesdiensten übernehmen und ich hoffe, dass mit der Neuregelung der Gottesdienste dieses Engagement vermehrt wertgeschätzt wird und weiter Kreise zieht. Auch wenn man in solch einem Schreiben nicht jedes Detail ausführlich darstellen kann, so hoffe ich doch, dass deutlich wurde, dass die neue Gottesdienstordnung:

  • die Entwicklung der Gemeinden in ihrem Eigenleben stärken möchte – unabhängig von der Anzahl der Priester und Diakone.
  • gleichzeitig das notwendige Gespür für die Solidarität unter den verschiedenen Gemeinden wecken und vertiefen möchte
  • Raum bietet auch für die Entwicklung neuer Gottesdienstformen, die den Menschen unserer Zeit gerecht wird.

Ob dies durch die gesetzten Impulse gelungen ist, soll nach einem Jahr der Erprobung im Pfarrgemeinderat und Pastoralteam reflektiert werden. Dann wird auch entschieden, ob zwischen St. Mariä Himmelfahrt, St. Getrud und St. Jakobus bezüglich der Zeiten getauscht wird. Ich denke, wir haben hier eine tolle Chance, eine zukunftsfähige Kirche vor Ort mit zu gestalten. Machen Sie mit und lassen Sie sich auf diese neue und herausfordernde Gottesdienstordnung ein. Denn zum Gelingen sind wir auf die vielen Begabungen und Charismen aus unseren Gemeinden angewiesen.Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen erlebnisreichen Sommer und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

Pfarrer Raphael Häckler