Glockengeläut von St. Michael

Bild 6 (c) Karl-Heinz Schroers
Bild 6
Fr 2. Aug 2019
Karl-Heinz Schroers

Das Läuten der Kirchenglocken ist der vertraute Klang der Heimat. Seit über 4000 Jahren rufen sie den Menschen ihre Botschaft zu. Zuerst in Ostasien, dann im Irak und Ägypten. Über den Mittelmeerraum kamen sie um 700 v. Chr. über Frankreich,Irland und Schottland nach Mitteleuropa. Ursprünglich wurden sie eingesetzt zur Organisation des Tageslaufs. Sie meldeten das Öffnen und Schließen der Stadttore oder auch den Beginn und das Ende von Märkten. Aber auch als Warnungen und Hilferufe bei Naturkatastrophen, Feuersbrünsten oder dem Herannahen der Feinde erklangen die Rufe der Sturmglocke. Später nutzten die Klöster die Glocken, um die in den Feldern arbeitenden Mönche zu den Stundengebeten und den Mahlzeiten zusammen zu rufen. Als Karl der Große befahl, dass alle Priester die Glocken ihrer Kirchen zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten läuten mussten, wurde der Klang der Glocken zum festen Bestandteil unseres Lebens.

Wann unsere Gemeinde ihre erste Glocke erhielt, lässt sich nicht mehr genau ermitteln. Es wird wohl spätestens in der 2. Hälfte des 15.Jahrhunderts gewesen sein, denn zur damaligen Zeit musste jede Pfarre eine so genannte Bannglocke haben, die im ganzen Zehntbereich zu hören war. Sie rief nicht nur zu Gottesdiensten oder kirchlichen Sendgerichten, sondern erschallte auch bei Gefahren,Naturkatastrophen oder Feuer.