Pfarrbrief 03/26 vom 22.02. - 29.03.2026

Die "Barke Galleggiante " von Jens J. Meyer:
Der Fotograf Thorsten Vöhrs schreibt zu diesem Bild: „Aus der Dunkelheit des Raumes hebt sich die Installation deutlich ab:
Ein schwebendes, bootähnliches Gebilde aus hellem, halbtransparentem Stoff spannt sich längst durch den Raum. Die „Barke“ wirkt leicht und fragil, fast wie ein Segel oder ein vom Wind getragener Kokon. Mehrere gespannte Stoffflächen sind über dünne Seile und Stäbe
miteinander verbunden, wodurch eine organische, fließende Form entsteht. Die Skulptur scheint im Mittelschiff zu schweben, ohne den Boden zu berühren, was den Eindruck von Schwerelosigkeit und Bewegung verstärkt.“
Gedanken von mir zu dieser Beschreibung: Aus der Dunkelheit des
Kirchenraums hebt sich die „Barke Galleggiante“ wie ein stilles Versprechen. Leicht und zugleich gespannt schwebt sie über uns – getragen von feinen Seilen, verletzlich wirkend, und doch gehalten. Fast scheint es,
als genüge ein Atemzug, um sie in Bewegung zu setzen. Inmitten des schweren Raumes erinnert sie daran, dass nicht alles, was trägt, massiv und laut sein muss. Die Fastenzeit lädt uns ein, genau hinzuschauen:
Was trägt mich wirklich? Was ist überladen, was darf leichter werden?
Die schwebende Barke kann ein Bild für unseren eigenen Weg sein – für das Loslassen von Ballast, für das Vertrauen darauf, dass Gott auch dort Halt gibt, wo wir ihn nicht sofort sehen. Nicht der feste Boden gibt hier Scherheit, sondern das Gespanntsein zwischen Himmel und Erde. So wird die Barke zu einem leisen Zeichen der Hoffnung. Sie erzählt von Aufbruch und Vertrauen, von Zerbrechlichkeit und zugleich von innerer Stärke.
Vielleicht ist die Fastenzeit genau dieser Raum dazwischen: kein fertiger Hafen, aber ein Weg, auf dem wir neu lernen, uns tragen zu lassen.
Gabi Lika