Pfarrei St. Matthias Schwalmtal

Taufe

Taufe (c) www.pixabay.com

Das heilige Zeichen der Taufe ist das erste Sakrament, das die Christin oder der Christ empfängt. Von den ersten christlichen Gemeinden an wurden die Menschen durch die Taufe in die Kirche eingegliedert. Die ersten Christen folgten damit dem Auftrag des auferstandenen Herrn: „Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Matthäus 28, 18 – 20). Das Zeichen, mit dem Taufe gespendet wird, ist die Zeichenhandlung, die Jesus selbst von Johannes dem Täufer erbeten und gespendet bekam: Das Übergießen mit Wasser: „In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herab kam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden (Markus 1, 9 – 11).

 

In der frühen Zeit der Kirche wurde und heute wird in den Missionsländern, aber auch immer häufiger bei uns das Sakrament der Taufe erwachsenen Menschen gespendet. Der Tauftermin war (und ist gelegentlich auch heute) ist Feier der Osternacht. Die Menschen hatten sich ein ganzes Jahr auf die Tauffeier vorbereitet, in dem sie regelmäßig am Wortgottesdienst der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnahmen. Dabei trugen sie das weiße Taufkleid, das sie am Sonntag nach Ostern („Weißer Sonntag“) von der christlichen Gemeinde übergeben bekamen. So erfuhren sie im Hören auf das Wort des Alten und Neuen Testamentes und in seiner Auslegung alles über den Glauben, in dem sie getauft werden sollten. Die Glaubensunterweisung in und durch die Gemeinde nennt man „mystagogische Katechese“. Sie wird auch heute noch, z. B. in den USA, bei der Vorbereitung von Menschen auf die Eingliederung in die katholische Kirche praktiziert. In der Osternachfeier selbst empfingen die Taufbewerber („Katechumenen“) nicht nur das Sakrament der Taufe, sie wurden auch gefirmt und zur ersten Heiligen Kommunion geführt.

 Im Verlauf der Kirchengeschichte hat sich vielfach die Taufe von kleinen Kindern durchgesetzt und stellt auch heute bei uns noch den Normalfall dar. Eltern und Paten versprechen dafür zu sorgen, dass die Kinder in die Gemeinschaft der Kirche hineinwachsen. Später, in der Regel mit 8 oder 9 Jahren, empfangen die Kinder zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie („Erste Heilige Kommunion“). Wenn die jungen Menschen alt genug sind, eine eigene Entscheidung für die Mitgliedschaft in der Kirche treffen zu können (etwa ab dem 14. Lebensjahr), wird ihre Eingliederung mit der Spendung des Firmsakramentes abgeschlossen, ein heiliges Zeichen, das in der Regel der Bischof spendet.

 

Die folgenden Fragen und ihre Beantwortung sollen eine Hilfestellung sein für alle, die in der katholischen Kirchengemeinde Schwalmtal das Sakrament der Taufe gespendet bekommen wollen:

 Wie alt muss man sein, um die Taufe empfangen zu können?

Es gibt keine Altersbeschränkung für den Empfang des Taufsakramentes. Wie bereits ausgedrückt, werden die meisten als kleine Kinder getauft. Aber auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können natürlich das Sakrament der Taufe empfangen.

 Was ist eine Nottaufe?

Im außergewöhnlichen Fall von Lebensgefahr kann jeder getaufte Christ oder jede getaufte Christin das Sakrament der Taufe gültig spenden. Es genügt das übergießen mit Wasser und das Aussprechen der Taufformel: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Später, wenn die Gefahr vorüber ist, werden die Taufe selbst nicht, jedoch die die Taufe deutenden Riten in der Kirche nachgeholt.

 Wie ist das mit einem Tauftermin?

In unserem Pfarrverband besteht die Möglichkeit, an jedem Sonntag und am 4. Samstag im Monat das Sakrament der Taufe zu feiern: Am 1. Sonntag in St. Mariä Himmelfahrt (Waldnieler Heide), am 2. Sonntag abwechselnd in St. Anton und St. Georg (Amern), am 3. Sonntag abwechselnd in St. Gertrudis (Dilkrath) und St. Jakobus (Lüttelforst), am 4. Samstag abwechselnd in St. Anton und St. Georg (Amern) und am letzten Sonntag in St. Michael (Waldniel). Es besteht also die Möglichkeit, die Taufe dem Termin nach auszusuchen; dann steht die Taufkirche fest. Oder man möchte eine bestimmte Kirche haben, dann kann man den Termin nicht aussuchen. Ein Plan mit den Taufspendern (Priester und Diakone) ist den Pfarrbüros vorhanden.

 Welche Bedingungen müssen Eltern und Paten erfüllen?

Grundsätzlich kann keinem Menschen, auch keinem Kind die Taufe verweigert werden. Allerdings gibt es Umstände, die die Taufe eines Kindes wenig sinnvoll erscheinen lassen. Das ist vor allem der Fall, wenn beide Eltern nicht Mitglied der katholischen Kirche sind. Ist dies darin begründet, dass die Eltern selbst nicht getauft sind, so empfiehlt sich ein Gespräch über die Taufe der ganzen Familie mit entsprechender Vorbereitung. Waren die Eltern Mitglied der katholischen oder einer anderen christlichen Kirche und sind sie ausgetreten, so ergibt sich hier eine ernsthafte Gelegenheit, über einen Wiedereintritt zu reden.

Eltern und Paten sind die ersten Zeugen des Glaubens für die Kinder. Die Erfahrung lehrt, dass das persönliche Vorbild für das Christenleben des Kindes von entscheidender Bedeutung ist. Daher ist es wichtig, dass sich alle Beteiligten gute Gedanken über ihre Verantwortung machen und sich der Konsequenzen bewusst sind, wenn ein Kind zu Taufe gebracht wird. Wer Patin oder Pate werden möchte, muss Mitglied der römisch-katholischen Kirche und gefirmt sein. Jeder Täufling muss einen Paten oder eine Patin haben. Wer die Voraussetzungen zum Patenamt nicht erfüllt, kann als Taufzeuge den Täufling begleiten. Auch dieser Dienst ist nicht unwichtig; Taufzeugen, die aus einer christlichen Kirche ausgetreten sind, sollten diesen Dienst als Chance begreifen, neu über ihr Verhältnis zur Kirche nachzudenken.

Was braucht man für die Taufe?

Wie bereits oben erwähnt wurde, ist die Bereitschaft aller gefordert, einen lebendigen Glaubensweg als Vorbild für die Täuflinge zu beschreiten. Gott fordert von uns keine Perfektion, wohl aber das ehrliche Bemühen.

Schön wäre es, wenn der Täufling ein Taufkleid mitbringt; das ist jedoch keine Bedingung. Auch empfiehlt es sich, für den Täufling eine Taufkerze mitzubringen. Sie ist die persönliche Osterkerze des Kindes, die den auferstandenen Herrn Jesus Christus zeichenhaft darstellt.

Darf man während der Taufe fotografieren?

Wenn dies in zurückhaltender und dezenter Weise geschieht, können selbstverständlich Erinnerungsfotos gemacht werden. Hier empfiehlt es sich einen guten Fotografen (oder Videofilmer) auszusuchen.

Was kostet die Taufe?

Für die Mitglieder unseres Pfarrgemeinde ist die Taufe mit keinen Kosten verbunden. Die Gemeinde stellt den Taufspender, den Küster oder die Küsterin, den Organisten, Messdienerinnen und Messdiener und alles andere, was zum organisatorischen Rahmen einer Taufe gehört. Am Ende der Tauffeier finden Sie allerdings das obligatorische Körbchen („Klingelbeutel“).

 Weitere Informationen erteilen unsere Pfarrbüros. Vor jeder Taufe macht der Taufspender einen Hausbesuch, der terminlich vereinbart wird und bei dem die Möglichkeit besteht, alle Fragen zu besprechen.