Pfarrbrief 02/26 vom 25.01. - 22.02.2026

Wohl jeder Mensch wünscht sich, innerlich stark genug
zu sein, um Krisen zu meistern. Das moderne Stichwort dafür heißt Resilienz. Resilient zu sein gegen Herausforderungen aller Art, gilt als er-strebenswert. Viele Ratgeber und Trainings wol-len zeigen, wie es gelingt, resilienter zu werden.
Resilienz ist ein Begriff aus der Werkstoffkunde. Er beschreibt, inwieweit ein Stoff, der äußeren Druck erfährt, wieder in seine Ausgangslage zurück-kehrt. Damit liegt ein Grunddilemma von Resilienz auf dem Tisch: Geht es wirklich darum, eine Krise so zu überstehen, dass sich nichts verändert, also dass man in seine ursprüngliche „Form“ zurückfindet? Geht es darum, Leid möglichst abzuwehren? Oder könnte nicht stattdessen die Krise, der Tod, die Trennung, die erschreckende Diagnose, der drohende Zusam-menbruch die Chance sein, damit anzufangen, anders auf bestimmte Din-ge zu blicken, etwas in seinem Leben oder auch im gesellschaftlichen Zu-sammenleben zu verändern? Statt sich gegen Leid und Schmerz zu wapp-nen, müsste es nicht eher darum gehen, zu akzeptieren, dass es kein Le-ben ohne sie gibt? Und was ist es dann, das hilft, sich angesichts verlust-reicher Erfahrungen weiterzuentwickeln, trotzdem lebendig zu bleiben? (von Elfriede Klauer auf Pfarrbriefservice.de)
Wenn man genauer darüber nachdenkt, könnte das doch ein toller Vorsatz für ein neues Jahr und das zukünftige Leben sein. Sich nicht von Schwie-rigkeiten - in welcher Form auch immer - verunsichern zu lassen, sondern sie zu akzeptieren und mit ihnen leben lernen. Vielleicht sogar, positives für sich daraus zu gewinnen.
Das wünsche ich uns allen - lebendig zu bleiben, an unseren Erfahrungen zu wachsen und positiv in die Zukunft zu blicken - auch im Jahr 2026!
Gabi Lika