Pfarrei St. Matthias Schwalmtal

Tagesimpuls

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Bibel
Di 26. Mai 2020
W. Türlings

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Das heutige Tagesevangelium ( Joh10, 22-30) ist mal wieder eines, dass das menschliche, allzu menschliche Leben in der ganzen Heiligen Schrift wiederspiegelt. Dort findet sich immer alles wieder, was die Menschen damals erhofft, erträumt und erwartet haben.

Aber eben auch das, was die Menschen wie du und ich erhoffen, erträumen und erwarten.Kommt uns die Frage: „Wie lange willst du uns noch hinhalten Jesus? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen!“ nicht sehr verständlich vor?

Damals waren die Menschen voller Hoffnung und Erwartung, dass der auch tatsächlich kommen würde, der sie von der Unterjochung durch die Römer befreien würde. Ist das dieser Jesus? Hat er die weltliche Macht dazu und vielleicht sogar die Vollmachtdes Gottes Israels?

Und da kann Jesus anscheinendmachen was er will, ein Zeichen nach dem anderen setzen, sie glauben einfach nicht.

Und wir heutzutage?

Ja, der Prophet im eigenen Lande, der giltoft nichts. Das kennen wir nur zu genau.Oft kommt es mir vor, als verzweifele Jesus manchmal: Himmel herrje, was soll ich denn noch alles tun und bezeugen, damit ihr mir endlich glaubt? So mag er manchmal vielleicht gedacht haben.

Ich kann Jesus gut verstehen, weiß er doch um seine Vollmacht und darum, wie wichtig das doch für die Menschen damals wie heute ist, die Botschaft des Evangeliums anzunehmen, sich einzulassen auf die Frohbotschaft. Den Glauben nicht nur anzunehmen, ihn aber auch so gut es eben geht zu leben.

„Ich und der Vater sind eins.“ Wie schön wäre es doch, wenn wir sagen könnten, dass wir total eins sind mit Jesus. Aber wie oft bleiben uns nur die Verse des Psalm 63: „Gott, du mein Gott, dich suche dich, meine Seele dürstet nach dir.“ (Vers 2) Und später: „Meine Seele hängt an dir, deine rechte Hand hält mich fest.“ (Vers 9)

Schön, zumindest diese Gewissheit zu haben.

Herzlichst Diakon W. Türlings aus Brüggen